Die dunkelste Stunde
Monatelang herrschte eine beunruhigende Stille um das Management der Holstenboys. Seit der Bilanzpressekonferenz zur Saisonmitte gelangte kein offizielles Statement der Vereinsführung an die Öffentlichkeit, geschweige denn absolvierte einer der Verantwortlichen einen öffentlichen Auftritt, die Website verwaiste. Sowohl Manager Bergfred, als auch Pressesprecher Al Loquent waren von einem Tag auf den anderen wie vom Erdboden verschluckt.
In der Lokalpresse und in den Fanforen kursierten die wildesten Gerüchte – von Auswirkungen der Finanzkrise, einer Fusion mit einer bayerischen Bundesligamannschaft die ein Trainerproblem hat (welch’ abartiger Gedanke…), der Übernahme des Vereins durch einen mongolischen Rennstallbesitzer bis hin zu einer einer homoerotischen Beziehungskrise zwischen Bergfred und Loquent war alles dabei. Diese Unsicherheit hat sich leider, aber doch nachvollziehbarerweise, auf die Mannschaft und deren Leistungen in der Liga ausgewirkt. Die Holstenboys konnten den direkten Weiterabstieg in Liga VIII nicht verhindern. Angesichts dieser trostlos anmutenden Situation wurde zum allererstenmal in der Vereinsgeschichte der traditionelle Frühschoppen auf dem Gelände des Hauptsponsors mangels Faninteresse abgesagt.
Am dunkelsten ist die Stunde vor dem Morgengrauen – und gerade, als die Hoffnung im Begriff ist, als letzte Ratte das sinkende Schiff zu verlassen, taucht in den E-Mail-Inboxen aller lokalen Sportredaktionen eine Nachricht mit einem kurzen, aber umso verheißungsvollerem Inhalt von Manager Bergfred auf: “Ich bin wieder da. Mehr in Kürze. Viele Grüße, Bergfred”

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